Gut ausgebildete Mitarbeitende sind für die BEKB ein entscheidender Erfolgsfaktor. Durch ständige Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden stellt die Bank ein hohes Mass an Kompetenz und Professionalität sicher.
Welchen Stellenwert eine Bank der Aus- und Weiterbildung beimisst, hat einen direkten Einfluss auf Mitarbeitende, zum Beispiel bezüglich ihrer Arbeitsmarktfähigkeit und individuellen Entwicklungsmöglichkeiten. Es beeinflusst indirekt aber auch die Gesellschaft, zum Beispiel indem Ausbildungsplätze für Jugendliche angeboten werden oder die Bevölkerung zu Nachhaltigkeitsthemen sensibilisiert und informiert wird. Zudem können entsprechende Kriterien in Lieferantenanforderungen oder in die angebotenen Finanzdienstleistungen integriert werden (insbesondere bei den Krediten und Anlagen), oder es können spezifische Angebote wie Ausbildungsdarlehen gestaltet werden.
Inwiefern eine Bank in die Aus- und Weiterbildung investiert, beeinflusst die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal aus einem möglicherweise begrenzten örtlichen Radius. Die Bildungschancen im Einzugsgebiet sowie ihr Beitrag zum Zugang zu einer guten Bildung haben daher einen wesentlichen Einfluss auf eine regional tätige Bank wie die BEKB.
In externen Netzwerken werden regelmässig Good Practices ausgetauscht mit unterschiedlichem Fokus, so zum Beispiel zu Personal- und Organisationsentwicklung, Diversität und Inklusion oder Talentakquisition und -management.
Die BEKB ist eine bedeutende Anbieterin von Ausbildungsplätzen im Wirtschaftsraum Bern. Ende 2025 waren 111 Mitarbeitende in Ausbildung (Lernende, Lehrzeit+, Trainees, Hochschulpraktikantinnen und -praktikanten). Im Vergleich zum Vorjahr wurden sieben zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. Damit untermauert die BEKB ihr langfristiges Bestreben, eine massgebliche Anzahl Ausbildungsplätze anzubieten.
Die BEKB bildet (Stand Ende 2025) 87 Lernende aus, davon:
Auch bei der aity AG hat die Nachwuchsförderung einen hohen Stellenwert. Ende 2025 waren neun Lernende in der Ausbildung als Informatikerin/Informatiker EFZ.
Die hohe Bedeutung und Nachhaltigkeit der Ausbildungsaktivitäten zeigt sich in der hohen Übernahmequote von Lehrabgängerinnen und -abgängern sowie Trainees: Nach Abschluss ihrer Ausbildung übernahmen im Berichtsjahr 26 Mitarbeitende (87 Prozent) eine Funktion bei der BEKB.
Einige von ihnen besuchen im Rahmen der Lehrzeit+ die Berufsmaturitätsschule (BEM2), machen eine Passerelle oder absolvieren einen Stage im anderssprachigen Kantonsteil beziehungsweise in einem Fachbereich der Bank. Mit der Lehrzeit+ ermöglicht die BEKB den Lehrabgängerinnen und -abgängern einen nächsten Ausbildungsschritt mit einem vorübergehend reduzierten Pensum und fördert damit eine langfristige Bindung.
Für Hochschulabsolventinnen und -absolventen bietet die BEKB ein Fachtraineeprogramm an. Mit diesem Programm werden die Fachtrainees innerhalb eines festgelegten Zeitraums in eine im Voraus definierte Zielfunktion entwickelt. Ein spezifisches Hochschulpraktikum richtet sich an Rechtspraktikantinnen und -praktikanten und für bankfremde Mitarbeitende besteht ein Angebot für Quereinsteigerinnen und -einsteiger.
Wer nach der Ausbildung im Unternehmen bleibt oder über einen Quereinstieg in die BEKB eintritt, hat wie alle Mitarbeitenden zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Zum Angebotsportfolio der BEKB gehören Seminare zu bankspezifischen Themen oder zur Verbesserung der Selbst-, Sozial-, Methoden-, Sach- und Rollenkompetenz.
111
Ausbildungsplätze
hat die BEKB per Ende 2025 angeboten
Die Fachkenntnisse der Finanzcoaches werden regelmässig geprüft, damit die Beratungs- und Servicequalität auf hohem Niveau bleibt. Die Finanzcoaches absolvieren eine fachliche Zertifizierung mit einer schriftlichen Prüfung und einem Praxistest. Die Rezertifizierung dieser Fachkenntnisse findet alle drei Jahre statt. Seit 2018 erfolgt die Personenzertifizierung nach der international anerkannten ISO-Norm 17024. Eine unabhängige, externe Zertifizierungsstelle führt die Prüfungen durch und vergibt bei erfolgreichem Abschluss den branchenweit anerkannten Kompetenznachweis «Kundenberaterin/Kundenberater Bank».
Den Führungspersonen kommt im Kontext der Kulturentwicklung eine Schlüsselrolle zu. Sie werden individuell und bedarfsgerecht bei ihren täglichen Herausforderungen unterstützt. Im Fokus steht erfahrungsbasiertes und umsetzungsorientiertes Lernen an den eigenen konkreten Herausforderungen. Sowohl neue als auch bewährte Konzepte und Methoden der Zusammenarbeit und Führung werden vermittelt, miteinander ausprobiert und eingeübt. So lernen Führungspersonen Grundlagen, wie eine individuelle Führungspersönlichkeit zu entwickeln, ihrer Rolle als Coaches gerecht zu werden sowie Mitarbeitende in ihrer Entwicklung zu fördern. Aber auch agile Methoden wie Team Canvas, Sprint, Review und Retro werden aktiv in die Führungspraxis integriert. Daneben wird in den verschiedenen Gefässen auch die crossfunktionale Zusammenarbeit gestärkt. So werden Commitment, Verbindlichkeit und Zufriedenheit gesteigert.
Die Führungspersonen bestimmen die Dauer und die Geschwindigkeit ihres Lernprozesses selbst, das heisst, auf Basis der eigenen Entwicklungsziele können eigenverantwortlich individuelle Lernpfade gewählt werden.
Ergänzend werden im Programm «zäme wachse» Peer-Learning-Gruppen geführt. Hier wird in kleinen Gruppen à drei bis vier Personen in rund acht bis zwölf Wochen an konkreten Führungs-Challenges gearbeitet. Die Gruppen arbeiten dabei mehrheitlich selbstgesteuert und werden bei gewissen Schritten intern und extern begleitet.
Zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses und für den Aufbau einer starken Leadership-Community lernen die Führungspersonen der BEKB und der aity AG gemeinsam in den Entwicklungsangeboten der Bank.
Im Herbst 2020 hat der Verwaltungsrat zusammen mit der Geschäftsleitung ein umfassendes Ausbildungskonzept Nachhaltigkeit initiiert. Neben fundiertem Grundlagenwissen wird vermittelt, wie die BEKB Nachhaltigkeit im Anlagegeschäft und im Kreditgeschäft integriert. Die Ausbildungs- und Lernsequenzen richten sich an alle Mitarbeitenden der Bank, nicht nur an die Finanzcoaches. Ziel ist es, das Thema Nachhaltigkeit im Bewusstsein zu verankern und als festen Bestandteil in die Beratung der Kundinnen und Kunden einfliessen zu lassen. Mentale Strukturen und Denkhaltungen sollen überprüft und durch Reflexion und Abgleich mit den eigenen Werten auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden.
Acht Ausbildungsmodule im Umfang von mehr als sieben Lernstunden wurden ausgerollt, bevor die Lerninitiative Nachhaltigkeit 2023 formell abgeschlossen und die Verantwortung für weitere Ausbildungssequenzen an die Fachbereiche übertragen wurde. Diese haben seither weitere praxisorientierte Ausbildungen zur Nachhaltigkeit durchgeführt, zum Beispiel einen Refresher im Anlagebereich oder wie die Energieeffizienz von Liegenschaften ins Beratungsgespräch integriert wird. Nach wie vor absolvieren neu eintretende Mitarbeitende die Ausbildungsmodule zur Nachhaltigkeit.
Die BEKB verändert sich – um auch in Zukunft die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden erfolgreich erfüllen zu können. In einem Umfeld, das durch hohe Veränderungsgeschwindigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Widersprüchlichkeit geprägt ist, rücken Lern- und Anpassungsfähigkeit in den Fokus der Kultur- und Personalentwicklungsarbeit. So werden Systeme, Führungsinstrumente und Personalprozesse konsequent überarbeitet und auf die Förderung von Eigenverantwortung und Entwicklung ausgerichtet.
Die Personalentwicklungsmassnahmen der BEKB zielen darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden zu erhalten oder zu verbessern. Für verschiedene Zielgruppen werden spezifische Entwicklungsgefässe zur Erhaltung beziehungsweise Stärkung der Arbeitsmarktfähigkeit angeboten.
Der Performancemanagementprozess (Zielvereinbarung und Entwicklungsplanung, Feedbackgespräche und Leistungsbeurteilung) ist ein etabliertes Führungsinstrument, das bei sämtlichen Mitarbeitenden über alle Funktionsstufen hinweg eingesetzt wird. Es dient der zielgerichteten Führung der Mitarbeitenden und bildet eine wichtige Grundlage für individuelle Entwicklungsmassnahmen. Seit November 2025 werden Zielsetzungen und Reviews in einem KI-unterstützten Tool geführt. Dieses ermöglicht eine laufende/rollende Zielsetzung und unterstützt Führungspersonen und Mitarbeitende mit vorbereitenden Reviews bei der Durchführung ihrer Entwicklungsdialoge.
Die BEKB hat Schlüsselkompetenzen definiert, die für Führungspersonen und Mitarbeitende gleichermassen relevant und richtungsweisend sind. Diese bilden gemeinsam mit dem Zusammenarbeits- und Führungsverständnis den Rahmen der Kultur- und Personalentwicklungsarbeit der Bank.
Mit einer systematischen Nachfolge- und Entwicklungsplanung (NEP) stellt die BEKB sicher, dass Potenzialträgerinnen und Potenzialträger identifiziert und entwickelt werden können.
Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in crossfunktionalen Teams gewinnen neben den fachlichen Kompetenzen Sozial-, Methoden- und Selbstkompetenzen an Bedeutung. Die Aktivitäten in der Personal- und Organisationsentwicklung nehmen diesen Richtungswechsel in der Gestaltung von Lernarchitekturen methodisch und didaktisch auf. Als Folge von Veränderungen in der Zusammenarbeit und einem Fokus auf crossfunktionale Zusammenarbeit wird ebenfalls ein Augenmerk auf den Aufbau von agiler Methodenkompetenz gelegt.
Eine webbasierte Lernplattform beinhaltet online Lernmodule aus dem bankinternen Trainingsangebot, wie z.B. Banking Today, Fachtrainings zu Schlüsselereignissen, Compliance und Nachhaltigkeit. Je nach Anforderung des Themas ist jeweils auch ein Test zu absolvieren.
Die internen Angebote werden durch externe Aus- und Weiterbildungen, Fachseminare und Tagungen ergänzt, unter anderem in den Themenbereichen Bank und Finance, Betriebswirtschaft und Projektleitung. Im Jahr 2025 haben 108 Mitarbeitende externe Aus- und Weiterbildungen besucht.
Die Mitarbeitenden der BEKB nahmen 2025 (pro FTE) an durchschnittlich 4,8 Tagen Ausbildungsangebote in Anspruch. Darin enthalten sind geführte Trainings (virtuell oder physisch), das Selbststudium auf der internen Lernplattform sowie Ausbildungen im Rahmen des Programms «Agiles Erfolgsteam». Hinzu kommen wirkungsvolle Ausbildungsformen wie Erfahrungs- und Fachaustausche, Mentorings, Peer-Learning oder Workshops. Die dafür investierten Lernstunden sind jedoch kaum quantifizierbar und daher in den obenstehenden Ausbildungstagen nicht enthalten.
Die BEKB hat in ihrem Nachhaltigkeitsleitbild folgende Ziele definiert (Überblick über den Stand der Zielerreichung: siehe Umsetzungsstand der Ziele):
GRI | Einheit | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | |
Aus- und Weiterbildung | |||||||
Mitarbeitende in Ausbildung insgesamt | Anzahl | 111 | 104 | 81 | 82 | 91 | |
– davon Lernende | Anzahl | 87 | 79 | 63 | 62 | 65 | |
– davon Lehrzeit+1 | Anzahl | 11 | 14 | 12 | 12 | 18 | |
– davon Trainees2 | Anzahl | 10 | 11 | 6 | 8 | 8 | |
– davon Hochschulpraktikantinnen und -praktikanten3 | Anzahl | 3 | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | |
Übernahmequote Lernende und Trainees nach Abschluss der Ausbildung | % | 87% | 92% | 75% | n.a. | n.a. | |
404-2 | Mitarbeitende in externen Aus- und Weiterbildungen | Anzahl | 108 | 95 | 96 | 91 | 92 |
404-1 | Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter/-in (teilzeitbereinigt) | Tage | 4,8 | 2,8 | 3,1 | 3,7 | 3,8 |
1Mitarbeitende, die die Berufsmaturität (BEM2), eine Passerelle oder einen Fach- beziehungsweise Sprachstage absolvieren.
2In den Zahlen der Jahre 2022 bis 2024 sind auch Young Professionals sowie Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger enthalten.
3Bis 2024 in den Zahlen der Trainees enthalten.