Die BEKB trägt zur Stärkung und zur gesunden Entwicklung der bernischen und solothurnischen Volkswirtschaften und zur Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen bei. Sie berücksichtigt möglichst Lieferanten aus dem Einzugsgebiet der Bank. Davon sollen kleine und mittlere Unternehmen profitieren.
Eine regional tätige Bank wie die BEKB hat Einfluss auf die Wertschöpfung in ihrem unmittelbaren wirtschaftlichen Umfeld. Dieser manifestiert sich sowohl direkt im Bankbetrieb (zum Beispiel als Arbeitgeberin, als Anbieterin von Ausbildungsplätzen oder als Steuer- und Dividendenzahlerin) als auch indirekt: über die angebotenen Finanzdienstleistungen (insbesondere Kredite, die regionale Investitionen, Infrastrukturen, Konsum und Innovationsfähigkeit begünstigen), über die Lieferanten (zum Beispiel, indem regionale Lieferanten berücksichtigt und Nachhaltigkeitskriterien in der Beschaffung angewendet werden) oder durch regionales gesellschaftliches Engagement.
Auf der anderen Seite ist eine regional tätige Bank von der regionalen Konjunktur abhängig: Wenn sich die regionale Wirtschaft verlangsamt, steigt das Risiko notleidender Kredite, und die Nachfrage nach Finanzdienstleistungen geht zurück. Die Entwicklungen des Arbeitsmarkts, der Inflation und der Immobilienpreise haben insbesondere einen Einfluss auf die Geschäftsaktivitäten und das Risikoprofil einer Bank.
Mit ihrer langfristig ausgerichteten Geschäftspolitik trägt die BEKB zur eigenständigen Entwicklung der Kantone Bern und Solothurn bei und stärkt die Volkswirtschaft in ihrem Geschäftsgebiet. Negative Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung ihres Wirtschaftsraums will sie vermeiden. Im Kanton Bern haben 29 Prozent der KMU und 32 Prozent der Privatpersonen eine Bankverbindung mit der BEKB.
Das wirtschaftliche Engagement der BEKB ist breit gefächert. Neben ihrer Kerntätigkeit, der Zusammenarbeit mit und der Beratung von Firmen-, Privat- und Anlagekundinnen und -kunden, unterstützt die BEKB den Kanton sowie die Gemeinden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Zudem ist sie eine bedeutende Arbeitgeberin, Auftraggeberin und Steuerzahlerin, und sie spielt eine wichtige gesellschaftliche Rolle.
Von der gesamthaft erzielten Unternehmensleistung (Betriebsertrag) von 557,9 Millionen Franken gingen 2025 Vorleistungen von 164,3 Millionen Franken an Lieferanten. Unter Berücksichtigung der Investitionen, der Devestitionen und der zweckkonformen Verwendung von Wertberichtigungen betrug die Nettowertschöpfung der BEKB im letzten Jahr 379,9 Millionen Franken. Davon gehen 42,8 Millionen Franken in Form von Steuern an die öffentliche Hand und 154,9 Millionen Franken an die Mitarbeitenden. Vom 2025 erarbeiteten Free-Cash-Flow in der Höhe von 182,2 Millionen Franken fliessen 100,7 Millionen Franken an die Aktionärinnen und Aktionäre. 81,5 Millionen Franken werden zur Selbstfinanzierung und Weiterentwicklung der Bank verwendet.
Der Kanton Bern profitiert als Hauptaktionär auch direkt von der erfolgreichen Tätigkeit der BEKB. Seit der Rechtsformumwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1998 hat der Staat 2,5 Milliarden Franken eingenommen – in Form von Dotations- oder Aktienkapitalrückzahlungen, Aktienplatzierungen, Bezugsrechtsvergütungen, Staatsgarantieabgeltungen, Dividenden und Steuern. Im Jahr 2025 betrug der Mittelzufluss rund 80 Millionen Franken. Auch ist die Mehrheit der Mitarbeitenden im Kanton Bern steuerpflichtig, was bei einer Gesamtlohnsumme von mehr als 150 Millionen Franken beachtliche Zahlungen an die öffentliche Hand ergibt.
Die BEKB entwickelt ihr seit vielen Jahren etabliertes KMU-Förderprogramm weiter und setzt sich für lokale Unternehmen ein. Die BEKB kennt die Risiko- und die Erfolgsfaktoren bei der Gründung und der Führung eines Unternehmens. So begleitet und unterstützt die Bank KMU in allen Unternehmensphasen bedürfnisgerecht. Nicht nur als Finanzdienstleisterin, sondern vielmehr als vollumfängliche Vertrauens- und Kompetenzpartnerin. Das KMU-Förderprogramm der BEKB richtet sich an die neue Generation von Unternehmerinnen und Unternehmern, für die die Selbstverwirklichung ein wichtiger Faktor ist, aber auch an Unternehmen in der Wachstums-, Erneuerungs- oder Nachfolgephase. Für spezifische Finanzierungslösungen in den verschiedenen Unternehmensphasen stellt die BEKB Rahmenlimiten von insgesamt 225 Millionen Franken zur Verfügung. Im Berichtsjahr wurden 19 Vorhaben über das KMU-Förderprogramm finanziert.
Indem die BEKB ihr breites Ökosystem sowie Partnerschaften zugänglich macht, trägt sie zur nachhaltigen Entwicklung des Wirtschaftsraums bei. Mit ihrem Engagement für KMU hilft die Bank, Arbeitsplätze in der Region Bern-Solothurn zu schaffen und zu erhalten – damit KMU ein fester Bestandteil der Region bleiben.
Die BEKB hat für werdende Unternehmerinnen und Unternehmer ein grosses Partnernetzwerk sowie verschiedene Formate aufgebaut und entwickelt diese stetig als Ökosystem weiter.
In der Unternehmensnachfolge unterstützt die BEKB Unternehmerinnen und Unternehmer nicht nur in finanziellen Belangen, sondern begleitet Unternehmen in diesem bedeutenden und emotionalen Ereignis im gesamten Nachfolgeprozess. Sich vom eigenen Lebenswerk zu trennen, ist für viele Unternehmerinnen und Unternehmer ein emotionaler Schritt. Umso wichtiger ist es ihnen, ihr Unternehmen in gute Hände zu übergeben. Gestartet wird mit einem kostenlosen unverbindlichen Erstgespräch, in dem eine präzise Auslegeordnung gemacht wird. Somit ist der erste Grundstein für eine optimale Nachfolgeplanung gelegt.
Im Rahmen ihrer Partnerschaft mit be advanced bereitet die BEKB Unternehmerinnen und Unternehmer auf einen erfolgreichen Generationenwechsel vor. Das Programm «be-next» umfasst eine Workshopserie, Impulsanlässe und ein persönliches Coaching.
Im Laufe des Berichtsjahrs hat die BEKB das KMU-Impulsprogramm lanciert. Damit unterstützt sie kleine und mittlere Unternehmen im Wirtschaftsraum Bern-Solothurn bei der Umsetzung nachhaltiger Geschäftsmodelle – unabhängig davon, ob sie BEKB-Kunden sind oder nicht.
Das Programm wird durch die BEKB KMU-Förderstiftung finanziert und ermöglicht jährlich bis zu 200 praxisnahe Expertenworkshops. Damit leistet es einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts. Im Berichtsjahr haben 88 KMU vom Angebot profitiert und einen Workshop durchgeführt.
Seit mehr als 20 Jahren beitreibt die BEKB eine elektronische Handelsplattform für nicht kotierte Schweizer Aktien: die OTC-X. Damit trägt die BEKB massgeblich zur Transparenz und zur Liquidität im ausserbörslichen Aktienhandel bei. Unternehmen gewinnen an Sichtbarkeit und Anlegerinnen und Anleger erhalten leichteren Zugang zu nicht kotierten Titeln. Mit rund 18 000 Abschlüssen und einem Umsatz von über 250 Millionen Franken konnte OTC-X 2025 ein Rekordjahr verzeichnen.
Zusätzlich zu den Kursnotierungen werden aktuelle Nachrichten, Marktkommentare, Unternehmensstudien, Nachhaltigkeitsanalysen und relevante Kennzahlen zu den 229 gelisteten Unternehmen publiziert. Periodisch werden Umfragen zum Thema Nachhaltigkeit durchgeführt, letztmals im Jahr 2024. 31 Unternehmen nahmen daran teil.
229
Unternehmen
sind auf der elektronischen Handelsplattform OTC-X gelistet
Um negative Auswirkungen in der Lieferkette so gering wie möglich zu halten, berücksichtigt die BEKB Nachhaltigkeitsaspekte bei ihren Beschaffungen. Dies gilt sowohl bezüglich der eingekauften Produkte und Dienstleistungen als auch bezüglich der Nachhaltigkeitsleistungen der Lieferanten. Die Kriterien sind einerseits im Lieferantenkodex der BEKB, andererseits in der Richtlinie für nachhaltige Beschaffung festgehalten.
Der Lieferantenkodex beschreibt die Standards, deren Einhaltung die BEKB von ihren Lieferanten erwartet. Sie gelten in der gesamten Lieferkette, das heisst, Lieferanten sollen sicherstellen, dass sie auch von ihren Subunternehmen und Zulieferern eingehalten werden. Der Lieferantenkodex umfasst Anforderungen bezüglich Integrität und Ethik sowie sozialer und ökologischer Verantwortung (zum Beispiel Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen, keine Korruption, keine Schwarzarbeit).
Ergänzend zum Lieferantenkodex sind in der Richtlinie für nachhaltige Beschaffung die Nachhaltigkeitskriterien definiert, die die Bank bei Beschaffungen berücksichtigt. Die BEKB unterscheidet zwischen Musskriterien, die zwingend einzuhalten sind (zum Beispiel FSC- oder PEFC-Zertifikate für Papiere, Drucksachen und Holzprodukte, kein Tropenholz; beste Energieeffizienzklasse bei Fahrzeugen und Maschinen), und Sollkriterien, deren Erfüllung den Zuschlag begünstigt (zum Beispiel regionale Wertschöpfung, verwendete Materialien, Ressourcenverbrauch, Nachwuchsförderung).
Der Lieferantenkodex sowie die Richtlinie für nachhaltige Beschaffung gelten für alle grösseren Beschaffungen (ausser bei begründeten Ausnahmen, bei denen die Kriterien anderweitig in die Evaluation einbezogen werden). Zu einem Grossteil der Lieferanten bestehen langjährige Geschäftsbeziehungen. Bei neu zu beschaffenden Produkten oder Losen werden ab einem bestimmten Warenwert mehrere Offerten eingeholt. Diese werden nach vordefiniertem Raster bewertet. Die Nachhaltigkeitskriterien sind integraler Bestandteil dieser Bewertung. Im Dialog mit den Lieferanten und Geschäftspartnern wird das Thema Nachhaltigkeit proaktiv angesprochen (siehe Dialog mit Anspruchsgruppen > Lieferanten und Geschäftspartner).
Die BEKB hat ihr Zentrallager seit 2018 an einen spezialisierten, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Partner ausgelagert. Das Kernsortiment des Büromaterials enthält einen substanziellen Anteil an umweltfreundlichen und nachhaltig produzierten Büroartikeln. Die Transportplanung wurde gestrafft, und seit der Umstellung werden Mehrwegkartons für die Auslieferungen eingesetzt. Um den Materialverbrauch zu senken, wurden Bestände in grösseren Standorten minimiert, und eine einheitliche Bewirtschaftung wurde eingeführt.
Die wesentlichen Beschaffungen betreffen die Informatik, bezogene Dienstleistungen, Marketingprodukte, die Gebäudeinfrastruktur sowie Güter für den Bürobetrieb. Soweit möglich werden Lieferanten aus dem Einzugsgebiet der Bank berücksichtigt: Die BEKB arbeitet mit rund 1000 Lieferanten im Wirtschaftsraum Bern-Solothurn zusammen und vergibt mehr als 50 Prozent ihres Auftragsvolumens an sie.
Die BEKB hat im Berichtsjahr erneut eine Risikoeinstufung zu den Sorgfaltspflichten bezüglich Kinderarbeit gemacht. Die Beschaffungen der BEKB aus Ländern mit erhöhtem Risiko für Kinderarbeit machen nur 1 Prozent der gesamten Beschaffungen der Bank aus. Diese betreffen fast ausschliesslich Researchdaten. Aufgrund der Komplexität der diesen Daten zugrunde liegenden Arbeiten besteht hierbei ein äusserst geringes Risiko für Kinderarbeit.
Die BEKB weist somit geringe Risiken im Bereich Kinderarbeit auf. Weiter besteht kein begründeter Verdacht auf Kinderarbeit mit Bezug auf ein konkretes Produkt oder eine konkrete Dienstleistung. Demzufolge ist die BEKB von den Sorgfalts- und Berichterstattungspflichten gemäss Art. 964j, 964k und 964l OR befreit.
Die BEKB hat im Herbst 2023 einen Lieferantenkodex erstellt, um vertraglich sicherzustellen, dass Lieferanten die Nachhaltigkeitskriterien der Bank (darunter Anforderungen betreffend Kinderarbeit) einhalten. Sollte bei einem Lieferanten Kinderarbeit festgestellt werden, würde die Bank die Geschäftsbeziehung sofort beenden.
Die BEKB hat in ihrem Nachhaltigkeitsleitbild folgende Ziele definiert (Überblick über den Stand der Zielerreichung: siehe Umsetzungsstand der Ziele):
GRI | Einheit | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | |
Wertschöpfung | |||||||
201-1 | Nettowertschöpfung | Mio. CHF | 380 | 397 | 407 | 300 | 279 |
– Selbstfinanzierung (Unternehmen) | Mio. CHF | 82 | 106 | 119 | 29 | 13 | |
– Aktionärinnen und Aktionäre | Mio. CHF | 101 | 97 | 93 | 89 | 86 | |
– Öffentliche Hand | Mio. CHF | 43 | 48 | 55 | 30 | 35 | |
– Mitarbeitende | Mio. CHF | 155 | 145 | 141 | 152 | 145 |
Die in diesem Kapitel beschriebenen Konzepte, Massnahmen und Aktivitäten bezüglich Beschaffung (inklusive Sorgfaltspflichten bezüglich Kinderarbeit) gelten für die ganze BEKB-Gruppe. Bei Softwarebeschaffungen besteht für die aity AG aufgrund der Komplexität ein geringes Risiko für Kinderarbeit.